Marc-André Dalbavie

Marc-André Dalbavie, geboren am 10. Februar 1961 in Neuilly-sur-Seine als Sohn eines französischen Geschäftsmanns sowie der US-amerikanischen Bühnenkünstlerin und Hollywood-Schauspielerin Perdita Chandler, begann früh mit dem Klavierspiel. Er war zehn Jahre alt, als sein Vater starb und er in die Ecole Militaire Préparatoire in Autun eintrat. Gleichwohl setzte er seine Ausbildung zum Pianisten fort und entdeckte neben der Musik auch seine Leidenschaft für gute Literatur. Mit 17 Jahren entschied er sich gegen eine militärische Karriere, machte in Paris Abitur und trat ins Conservatoire National Supérieur de Musique ein. Damals lernte er Werke des frühen Alban Berg kennen, später die Musik von György Ligeti, Olivier Messiaen und Edgard Varèse. Komposition studierte er bei Michel Philippot, Elektroakustik bei Guy Reibel, Analyse bei Betsy Jolas und Claude Ballif, Orchestrierung bei Marius Constant und Orchesterleitung bei Pierre Boulez. In London nahm er an einem Workshop mit John Cage teil; in Siena besuchte er Kurse bei Franco Donatoni. Darüber hinaus entdeckte er bei einer Vortragsreihe des Conservatoire die Spektralisten Michaël Levinas, Hugues Dufourt, Gérard Grisey und Tristan Murail, die seine kompositorische Fortentwicklung wesentlich beeinflussten.

1985–90 arbeitete er am IRCAM in Paris, wo er sich insbesondere mit computergestützter Komposition und spektraler Klangsynthese beschäftigte. 1992–93 lebte ...